Posts mit dem Label Strategischer Business Partner werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Strategischer Business Partner werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

23.06.2007

Rezension: Flexibilitätsorientiertes Personalmanagement

Bild: DGFP
Guten Tag,

mit großer Freude habe ich heute das Buch "Flexibilitätsorientiertes Personalmanagement" der DGFP (Hrsg.) gelesen und für das monster Personal Journal rezensiert.

Mit guten Gruß

Gunther Wolf

Links:
- Rezensionen im Personal Journal
- Dieses Buch bei Amazon bestellen

*************************************************************
Deutsche Gesellschaft für Personalführung, DGFP (Hrsg.): "Flexibilitätsorientiertes Personalmanagement"

Den Leser erwartet ein sauber gegliedertes und flüssig lesbares Buch, das weder mit Inhalten, noch mit Bewertungen und Handlungshilfen geizt.


Personalmanager, die sich auf den Weg begeben haben, sich und ihre Abteilungen von der vorwiegend reaktiven, von außen gesteuerten Personaladministration zum Strategischen Business Partner der Unternehmensleitung zu entwickeln, finden in dem kleinen Heft "Flexibilitätsorientiertes Personalmanagement" einen überraschend umfassenden Teil des erforderlichen Rüstzeugs.

Die Notwendigkeit für diesen Wandel ist einleuchtend: Jede reaktive Anpassung der Personalausstattung ist mit hohen direkten und indirekten Kosten sowie enormen Wertverlusten verbunden. Dazu tragen etwa Sozialpläne, Kündigungsschutzprozesse und Verlust von High Performern in Krisenzeiten bei. In Zeiten des Auf- oder Wiederaufbaus schlagen höhere Ausgaben für Personalmarketing-, Beschaffungs- und Einarbeitungsprozesse zu buche. Mit Recht fordert die Herausgeberin, die DGFP, ein "präventives, proaktives und progressives Personalmanagement".

Hierfür ist nicht nur das entsprechende Set an flexibilisierenden Instrumenten erforderlich, das dem Leser strukturiert aufbereitet und mit Erfahrungen bewertet dargeboten wird. Entscheidend für den optimalen Einsatz der angebotenen Werkzeuge sind Kenntnisse der möglichen Phasen der Unternehmensentwicklung, auf die das strategische Personalmanagement gezielt und vorausschauend deeskalierend Einfluss nehmen kann. Die sechs Autoren geben dem Leser hierzu ausreichend Informationen und stellen dar, wie Frühwarnsignale aufgefangen und zutreffend interpretiert werden können.

Um unter neuer Flagge segeln zu können, ist zum einen ein entsprechendes Selbst- und Rollenverständnis der Mitarbeiter in der Personalabteilung vonnöten. Zum anderen muss sich der oberste Personaler die nötigen Freiräume verschaffen. Folgerichtig findet der Leser hilfreiche Konzepte zur Steigerung von Effizienz und Effektivität seiner flexibilitätsorientierten Personalfunktion. Ergänzt wird dies durch Tools zum Veränderungscontrolling und zur Maßnahmenevaluation.

Auch Beispiele für den Einsatz der empfohlenen Werkzeuge fehlen nicht. Interviews mit Verantwortlichen geben interessante Einblicke in Schwierigkeiten bei der Maßnahmenumsetzung und zu erwartende Widerstände bei dem Vollzug des Wandels. Die Kenntnis der Lösungswege aus der Praxis verschaffen dem Leser ebenso einen Zusatznutzen wie die Checklisten.

Den Leser erwartet ein sauber gegliedertes und flüssig lesbares Buch, das weder mit Inhalten, noch mit Bewertungen und Handlungshilfen geizt. Die Kriterien, die die Autoren an das Personalmanagement der Zukunft stellen, erfüllen sie selbst mit diesem Buch in besonderem Maße.

04.06.2007

Zukunft des Personalcontrolling

Guten Tag,

mit der Frage Quo Vadis Personalcontrolling? beschäftigen sich heute die Experten des BDU Fachverbandes Personalmanagement in Hamburg.

Ich hatte als Referent den Auftrag, einen kleinen Überblick über das Personalcontrolling zu geben, über dessen Besonderheiten und über ausgewählte Methoden und Instrumente, die für die Steuerung personalwirtschaftlicher Aktivitäten nützlich sein können. Von der Personalkostenanalyse über Benchmarking und Personalportfolio bis zum Human Capital Management haben wir in einer Linie das Spektrum von effizienz- bis effektivitätsorientiert, von operativ bis strategisch, von bereits etabliert bis visionär durchquert. Vielleicht ist es mir geglückt, auch einige Anstöße für das Etablieren und Anwenden des Personalcontrollings im Sinne eines professionellen flexibilitätsorientierten Personalmanagements zu geben.

Aus der Beratungspraxis weiß ich, dass sich im Personalcontrolling nicht einfach die Funktionen von Personalmanagement und Controlling treffen, sondern dass "im schlimmsten Fall" zwei Weltanschauungen aufeinanderprallen. So schlimm ist dieser Fall indes nicht – birgt er doch für beide Kulturkreise die Chance, von einander zu lernen und zu wachsen.

Will der gestandene Controller Personalcontrolling sinnvoll betreiben, wird er mit den Besonderheiten des Personalwesens konfrontiert. Dazu gehört, dass oftmals gerade in strategisch relevanten Bereichen ein Controlling mit der gewohnten Genauigkeit der Ergebnisse nicht möglich ist. Zieht sich der Controller mit seiner Tätigkeit auf das präzise, quantitative Terrain zurück, kommt er indes in die Nähe lediglich operativer Bedeutung. Stellt sich der Personalcontroller der Herausforderung von qualitativen Aussagen, Unschärfen und Unsicherheiten, begegnet er ihnen mit hoher Flexibilität und Toleranz, wird er einen unschätzbaren und wahrgenommenen Beitrag zur strategischen Steuerung personalwirtschaftlicher Aktivitäten leisten.

Dem versierten Personaler kann das Personalcontrolling ebenfalls neue Denk- und Verhaltensweisen vermitteln. Hierzu zählt vor allem das kritische Hinterfragen der Aktivitäten, die Effizienz der Prozesse oder die Rentabilität von Investitionen. Will er sich als Strategischer Business Partner der Unternehmensleitung etablieren und Personalcontrolling hierfür sinnvoll nutzen, darf er sich nicht in das Dickicht der qualitativen, "leider ja nicht messbaren" Resultate verkriechen. Er muss und wird erkennen: Wer aussagekräftige und nützliche Fakten hat, dem hört man zu. Wer einen Beitrag zur Wertschöpfung leistet, wer Kraftstoffe und Schmiermittel für die Zylinder der Geschäftsbereiche im Motor des Unternehmens kosten-nutzen-optimiert einfließen lässt, der wird sich wachsendem Gewichts im Unternehmen erfreuen.

Er wird erfahren, dass seine fundierte Meinung zunehmend Einfluss auf die Strategieentwicklung nimmt. Eine konsequente Reorganisation des Personalmanagements in Verwaltung (outsourcebar), Service (dienstleistungsorientiert) und Business Partner (strategiegestaltend) kann als kreativer Veränderungsprozess die notwendigen Weichen in der eigenen Organisation stellen, um Leistungspotenziale freizusetzen und um das Personalmanagement mit Geschäftsprozessen wirksam zu verzahnen.

Personalcontrolling hat demnach die Chance, auf zwei Beinen und entsprechend fest im Unternehmen zu stehen – und mit ihm seine Betreiber und Nutzer: Sie kennen die menschlich-soziale Seite der Führungskräfte und Mitarbeiter ebenso wie die technisch-prozessuale Seite der Strukturen und Arbeitsabläufe, sie überblicken das Unternehmen insgesamt als sozio-ökonomisches System.

Sinnvoll betriebenes Personalcontrolling bringt somit immer einen Gewinn für das Unternehmen. Und das – wen wird´s wundern? – auf zwei Seiten: in monetär-quantitativer und in personal-qualitativer Hinsicht.

Die Folien meines Vortrages möchte ich Ihnen nicht vorenthalten, bitte folgen Sie hierfür dem Link.

Mit gutem Gruß

Gunther Wolf

Link:
- Folien zum Vortrag Personalcontrolling